Die Auswirkungen der europaweiten Finanzkrise seit dem Jahr 2008 und auch die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen haben den Leitzins beeinflusst. Die europäische Zentralbank (EZB), sah sich angesichts der stagnierenden wirtschaftlichen Entwicklung gezwungen, den Leitzinssatz im letzten Quartal des Jahres 2011 auf 1 Prozent zu senken und diesen bislang auf dem niedrigen Niveau zu halten.
Das europäische Bankensystem wird mit „billigem Geld“ versorgt, um der Kreditwirtschaft wieder Boden zu geben. Exporte sollen angekurbelt und auch die Investitionsbreitschaft von Unternehmen wieder angekurbelt werden und dies, obwohl die Inflationsrate die Zielmarke von zwei Prozent überschritten hat. Verunsicherte Kapitalanleger setzten verstärkt im Jahr 2011 auf sichere deutsche Staatsanleihen und sorgten auf diese Weise für eine Vormachtposition deutscher Banken im europaweiten Vergleich.
Immobilienzinsen: Rekordtief auch in 2012
Die günstige Entwicklung der Immobilienzinsen, die sich ab der Jahresmitte 2011 etablierte, ist ein positives Zeichen für Menschen, die in Wohneigentum anlegen wollen. Experten rechnen damit, dass sich die Europäische Zentralbank auch in naher Zukunft nicht für ein Anheben des Leitzinssatzes entscheiden wird und damit auch weiterhin grünes Licht für Häuslebauer gibt. Bauzinsen werden sich aller Voraussicht nach langfristig zwischen drei und vier Prozent einpendeln und die Investitionsbreitschaft deutscher Immobilienkäufer anheizen. Das historische Zinstief ist einzigartig, denn vor rund 15 Jahren musste der künftige Eigenheimbesitzer etwa dreimal so viel an Zinsen für sein Fremdkapital bezahlen.
Zinstief 2012: wer jetzt investiert, spart Kosten
Der Rekord-Niedrigzins ermöglicht vielen Menschen, den Traum von den eigenen vier Wänden zu realisieren. Die Bauzinsentwicklung 2012 deutet wie schon im Vorjahr auf ein günstiges Niveau hin, das sich im Verlauf des Jahres fortsetzen wird. Im Februar 2012 war bei vielen Banken Baugeld für deutliche weniger als drei Prozent zu haben. Selbst der Bauherr, der sich mit einer langen Zinsbindung vor einem Zinserhöhungsrisiko schützen will, muss nur einen geringen Zinsaufschlag dafür zahlen. Doch nicht nur diejenigen, die sich im laufenden Jahr für Wohneigentum profitieren vom attraktiven Zinsumfeld. Auch Darlehensnehmer, die sich bereits in einer Zinsbindung befinden, müssen die Konditionen nicht ungenutzt an sich vorüber ziehen lassen. Mit einem Vorrats- oder Forward-Darlehen lassen sich Niedrigzinsen auch für den Stichtag der Anschlussfinanzierung sichern. Bis zu 60 Monate im Voraus kann diese Darlehensvariante vereinbart werden, die dazu beiträgt, die Gesamtkosten für ein Immobiliendarlehen zu reduzieren.
Aktuelle Konditionen langfristig sichern
Die Entwicklung an den Kapitalmärkten ist nicht kalkulierbar, doch angesichts der Tatsache, dass die EZB den Leitzinssatz noch nicht erhöht hat, wird deutlich, dass auch in den kommenden Monaten des Jahres 2012 günstige Konditionen für Häuslebauer winken. Lange Laufzeiten gewährleisten nicht nur Planungssicherheit, sondern tragen dazu bei, in der gegenwärtigen Situation enorm an Zinskosten einzusparen. Parallel dazu kann der Darlehensnehmer eine höhere Tilgungsrate vereinbaren, die den Weg in die Schuldenfreiheit verkürzt und an die Zinskosten senkt.
